Tank-Telemetrie: Wie die Fernüberwachung die Auslieferungsrunden optimiert

Zusammenfassung
Lesezeit: 6 Minuten – Veröffentlicht am 2. Juni 2026
Inhaltsverzeichnis
Ein Heizöl- oder Flüssiggas-Händler, der mehrere tausend Tanks verwaltet, arbeitet lange Zeit im Dunkeln. Die Befüllungsrunden werden auf der Grundlage des Durchschnittsverbrauchs und nicht anhand der tatsächlichen Füllstände geplant. Das Ergebnis ist allen Betreibern wohlbekannt:
- Lkw, die halb voll abfahren;
- Kunden, die in Eile sind und dringend anrufen;
- vergeblich zurückgelegte Meilen.
Die Telemetrie verändert diese Situation, indem sie jeden Panzer aus der Ferne sichtbar macht.
Für unseren Podcast sprach François Clément, Vertriebsleiter bei FOUR DATA, mit Oliver McCarthy, Geschäftsführer von Tekelek (Rochester Sensors Group), einem Unternehmen, das über 6,5 Millionen im Einsatz befindliche Sensoren überwacht. Seine Rückmeldungen aus der Praxis bestätigen eine Beobachtung, die bereits bei den eigenen Implementierungen von FOUR DATA gemacht wurde: Telemetrie ist kein technisches Spielzeug, sondern ein messbarer Hebel zur Logistikoptimierung.
Kennzahl „
“: Bei einer Flotte von 10 Lkw, die 5.000 Tanks versorgen, ermöglicht die Ausstattung der Flotte mit Telemetrie häufig, einen Lkw aus dem Verkehr zu nehmen – d. h., 10 % der Transportkapazität werden umgeschichtet, ohne in ein neues Fahrzeug investieren zu müssen.
Das vollständige Interview: François Clément (FOUR DATA) × Oliver McCarthy (Tekelek / Rochester Sensors).
Was versteht man unter industrieller Telemetrie?
Bei der industriellen Telemetrie wird der Zustand einer Anlage – beispielsweise der Füllstand eines Tanks, der Druck oder die Temperatur – aus der Ferne gemessen und diese Daten anschließend an eine Online-Plattform übertragen. Ein Sensor erfasst die Daten vor Ort, ein Netzwerk überträgt sie in die Cloud, und der Betreiber kann seinen gesamten Maschinenpark überwachen, ohne sich dafür an einen anderen Ort begeben zu müssen.
Oliver McCarthy fasst die Funktionsweise einfach zusammen: Daten von einer entfernten Anlage – einem Kraftstoff-, Gas- oder Chemikalientank – abrufen und an die Cloud senden. Der Nutzen liegt jedoch nicht im Sensor selbst, sondern darin, welche Entscheidungen anhand dieser Daten getroffen werden können.
Die Telemetriekette: vom Sensor am Tank bis hin zu logistischen Entscheidungen
Der tatsächliche Gewinn: Ein Lkw weniger von zehn
Das von Oliver McCarthy angeführte Beispiel richtet sich direkt an Vertriebsunternehmen. Nehmen wir einen Betreiber mit zehn Lkw im Einsatz, der fünftausend Tanks beliefert. Indem er so viele dieser Tanks wie möglich mit einem Sensor ausstattet, erhält er einen Überblick über seine gesamte Flotte im Außendienst.
Dank dieser Transparenz kann er häufig einen Lkw aus seiner Flotte ausmustern. Die Telemetrie wird so zu einem Instrument zur Geschäftsoptimierung und ist nicht mehr nur ein Fernmessgerät.
Genau das ist die „Desk“-Plattform von FOUR DATA: Sie bündelt die Füllstände aller Tanks einer Flotte und priorisiert die Touren entsprechend der tatsächlichen Dringlichkeit. Anstatt einen Kunden zu besuchen, dessen Tank noch zu 70 % gefüllt ist, räumt der Disponenten denjenigen Vorrang ein, deren Füllstand sich der kritischen Schwelle nähert.
Vorteile auf einen Blick
Mehr Lieferkapazität ohne Erweiterung der Flotte – weniger Leerfahrten, weniger Kilometer und weniger unnötige Eingriffe dank einer Planung, die sich an den tatsächlichen Beständen statt an Durchschnittswerten orientiert.
Von der Transparenz bis zur Optimierung: vier Reifegrade
Nicht alle Betreiber stellen dieselben Anforderungen an Daten. Es gibt vier Nutzungsstufen, von der einfachsten bis zur fortgeschrittensten:
- Sehen Sie – erfahren Sie aus der Ferne, was auf dem Feld vor sich geht.
- Lassen Sie sich benachrichtigen – erkennen Sie Brüche oder Überläufe dank konfigurierbarer Schwellenwerte frühzeitig.
- Optimieren – Daten in Tourenplanung umsetzen.
- Heben Sie sich von der Masse ab – bieten Sie Ihren eigenen Kunden eine White-Label-Plattform mit Internetanbindung an, die durch die „Sens“-Plattform von FOUR DATA ermöglicht wird.
Oliver McCarthy veranschaulicht die Leistungsfähigkeit der „Transparenz“-Ebene anhand einer eindrucksvollen Zahl: Einer ihrer größten LPG-Kunden betreibt über hunderttausend ausgestattete Tanks und kann zu jeder Tageszeit die vor Ort vorhandene Produktmenge angeben. Diese Fernüberwachung des Lagerbestands ist zu einem eigenständigen Wettbewerbsvorteil geworden.
Im Tekelek-Interview genannte Zahlen × FOUR DATA
Chemie, Umwelt, Wasserstoff: die neuen Anwendungsbereiche der Telemetrie
Der LPG-Sektor gehörte zu den ersten, die die Telemetrie einführten, gefolgt vom Heizölsektor. Diese Märkte erreichen mittlerweile einen gewissen Sättigungsgrad. Oliver McCarthy nennt zwei Wachstumsfaktoren, die beide mit den Prioritäten von FOUR DATA übereinstimmen.
Der erste Bereich sind Chemikalien. Ein mit Chemikalien gefüllter IBC-Behälter kann einen Wert von mehreren hunderttausend Euro haben: Die wirtschaftlichen Argumente für dessen Überwachung sind wesentlich stichhaltiger als bei einem Heizöltank. Der zweite Bereich istdie Umwelt – Wasser, Abwasser, Klärgruben –, wo eine derzeit in Vorbereitung befindliche europäische Verordnung die Überwachung bestimmter Anlagen vorschreiben könnte.
Anmerkung
: Je höher der Wert des überwachten Vermögenswerts ist, desto größer ist die Rechtfertigung für eine Überwachung. Ein IBC-Behälter für Chemikalien im Wert von mehreren hunderttausend Euro verändert die Rentabilitätsberechnung im Vergleich zu einem einfachen Heizöltank grundlegend.
FOUR DATA ist bereits in diesen Bereichen tätig und überwacht Schmierstoffe, AdBlue und Industrieflüssigkeiten, betreut die Abfallentsorgung und Methanisierung sowie die Überwachung von Wasserstoff. Zu diesem letzten Punkt hat FOUR DATA eine Komplettlösung entwickelt: HytubeTrack, eine ATEX-konforme Lösung speziell für Wasserstoff-Rohrtrailer und MEGCs, die Druck und Temperatur kontinuierlich misst.
Die Herausforderung der Konnektivität: vom Mobilfunk zum Satellitenfunk
Das größte Hindernis für das industrielle Internet der Dinge ist nicht der Sensor, sondern das Netzwerk. Oliver McCarthy äußert sich in diesem Punkt ganz klar. LoRa und Sigfox konnten nur begrenzte Erfolge verzeichnen; Mobilfunk hat sich weitgehend durchgesetzt, sieht sich jedoch mit dem Rückzug älterer Technologien konfrontiert.
In Frankreich bestätigtdie ARCEP, dass die 2G- und 3G-Netze zwischen 2026 und 2029 schrittweise abgeschaltet werden. Allerdings sind NB-IoT und LTE-M noch nicht flächendeckend ausgebaut, was zu Gebieten ohne nutzbare Netzabdeckung führt. Für einen Sensor, der an einem unterirdischen Tank oder in einer „weißen Zone“ installiert ist, ist die Wahl der Konnektivitätslösung daher entscheidend.
Heute gibt es drei Lösungsfamilien nebeneinander:
Achtung
Die 2G- und 3G-Netze werden in Frankreich zwischen 2026 und 2029 abgeschaltet (ARCEP). Ein Sensor, der auf diese Netze angewiesen ist, wird dann nicht mehr funktionieren: Vergewissern Sie sich vor jeder Inbetriebnahme, dass Ihre Geräte auf zukunftssicheren Technologien basieren.
Oliver McCarthy ist der Ansicht, dass Satellitenverbindungen bei dieser Art der Nutzung letztendlich Mobilfunkverbindungen ablösen werden. Tekelek testet derzeit ein Produkt, das im Falle eines Verbindungsausfalls automatisch vom terrestrischen Netz auf Satellitenverbindungen umschalten kann.
Genau diesen Weg schlägt FOUR DATA ein, dessen Roadmap für 2026 die NTN-Konnektivität vorsieht. Bei seinen internationalen Sensoren setzt FOUR DATA bereits auf seinen Partner 1NCE, dessen Netzabdeckung sich auf 173 Länder erstreckt und der die Einrichtung eines privaten Netzwerks vor Ort für komplexe Installationen anbietet.
Investitionen in das IoT: Beginnen Sie mit der Wirtschaftlichkeitsanalyse
Auf die Frage, welchen Rat er einem Unternehmen geben würde, das sich entsprechend ausstatten möchte, lautet Oliver McCarthys Antwort ganz klar: Machen Sie sich vor dem großen Schritt ein Bild von Ihrer Kapitalrendite. Wie viele Durchläufe lassen sich vermeiden, wie viele Beschädigungen lassen sich vorhersehen, wie viele Stunden manueller Vermessungsarbeit entfallen? Ohne diese Berechnung bleibt ein IoT-Projekt ein Kostenfaktor; mit ihr wird es zu einer überschaubaren Investition.
Auch künstliche Intelligenz spielt dabei eine Rolle, allerdings als konkretes Werkzeug und nicht als Argument. Tekelek nutzt sie zur Validierung von Firmware-Code oder zur Modellierung von Anwendungsfällen – quasi als „denkender Partner“.
Fachliche Beratung
Vor jeder Inbetriebnahme führen wir eine Bedarfsanalyse und einen Netzabdeckungstest durch: Daten sind nur dann von Wert, wenn sie zuverlässig übertragen werden. Erst dadurch werden die Daten eines installierten Sensors zu verwertbaren Informationen.
Häufig gestellte Fragen
Von der Transparenz zur Optimierung
Die Fernüberwachung Ihrer Tanks ist nur der Anfang. Der wahre Mehrwert entsteht erst, wenn die Daten Ihre Arbeitsabläufe steuern, Ausfälle vorhersagen und in Ihr Informationssystem einfließen. FOUR DATA entwickelt und fertigt seine Sensoren selbst, beherrscht die Konnektivität und betreibt seine Plattformen „Desk“ und „Sens “: eine lückenlose Kette vom Einsatzort bis zur Entscheidungsfindung.
Oder bitten Sie um eine Vorführung der Desk-Plattform, um Ihren Park unter realistischen Bedingungen zu visualisieren.
Dieser Artikel basiert auf einem Interview, das François Clément, Vertriebsleiter bei FOUR DATA, mit Oliver McCarthy (Tekelek / Rochester Sensors) geführt hat. Veröffentlicht am 2. Juni 2026.
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